Ein Kollege hat gekündigt, “er möchte sich weiterentwickeln“, sagt er. Aha – und – da ist sie wieder, diese Stimme im Kopf: “Sollte ich nicht auch schon längst…? Aber was? Wohin? Unzufrieden bin ich ja schon länger… aber….“ usw.
Auf diesen Fragen bleibt man meist allein sitzen, sitzt aus, wartet ab. Nicht greifbar ist das, was einen umtreibt, worin man wirklich gut ist. Das Tagesgeschäft frisst es auf und am Abend ist man zu müde, sich darüber Gedanken zu machen.
Dabei ist es das wichtigste überhaupt, sein eigenes Kapital zu kennen. Nur wer es kennt, kann es bestmöglich gedeihen lassen und vermarkten. Nur wer weiß, wie er selbst tickt, kann das richtige Unternehmen und den richtigen Job für sich definieren und finden. Der Lohn dafür ist echter Spaß an der Arbeit und echt positive Erfolgserlebnisse.

Jobwechsel?

Ich habe hier eine Auswahl an Fragen zusammengestellt. Es ist meist noch vielfältiger, doch sollen sie erstmal einen Überblick geben. Es ist definitiv empfehlenswert, sich folgende Fragen zu stellen und ehrlich zu beantworten und zu reflektieren, was die jeweiligen Antworten bedeuten, bevor die Jobsuche losgeht.

  1. Bin ich ein Typ der gern Entscheidungentrifft und dann auch noch die Verantwortung übernimmt, oder bleib ich lieber in zweiter Reihe und lass andere entscheiden und die Verantwortung tragen?
  2. Wie steht es um mein Verhältnis zu neuen Herausforderungen und Leistungsdruck?
  3. Mag ich Abwechslung und liebe ich es, mich immer wieder neu auszuprobieren, oder bevorzuge ich lieber die Routine und die Vertrautheit bei meinen Aufgaben?
  4. Brauche ich möglichst viel Unabhängigkeit um meine Arbeitsabläufe selbst zu gestalten, oder verunsichert und beunruhigt mich das eher?
  5. Ich habe meinen eigenen Rhythmus was Zeiteinteilung anbelangt und organisiere mich gern selbst, oder hilft mir eine klare vorgegebene zeitliche Struktur, mich zu konzentrieren?
  6. Ich kann von überall arbeiten, Hauptsache ich habe Laptop und WLAN, oder brauche ich meinen festen Arbeitsplatz in meinem Büro, damit ich in Arbeitsmodus komme?
  7. Freundliches Arbeitsklima ist das A&O, damit ich gute Leistung bringen kann, oder geht es mir hauptsächlich um die Aufgabe?
  8. Zügige Interaktion und rasche Erledigung von Aufgaben motivieren mich, oder stresst es mich eher, da ich mir gern Zeit für meine Themen nehme?
  9. Ich strebe eine angesehene Position im Unternehmen an, oder ist mir zu viel Aufmerksamkeit eher unangenehm?
  10. Wettbewerb und Gewinnen sind starke Antreiber für mich, oder vermeide ich lieber jegliche Art von Vergleich?
  11. Viel Geld zu verdienen ist mir wichtig, oder zählen eher andere Dinge, wie z. B. Sinnhaftigkeit meiner Tätigkeit. Geld ist dabei eher zweitranging?
  12. Ich möchte in einer großen, bekannten Firma arbeiten, oder ist die Auflistung von großen Namen in meinem Lebenslauf für mich überhaupt nicht relevant?
  13. Ich möchte das Gefühl haben, dass das Unternehmen für das ich arbeite, mich auch in 20 Jahren noch braucht, oder vertraue ich eher auf mich als auf diese subjektive Sicherheit?
  14. Kontakt mit Kollegen und der Austausch ist mir sehr wichtig bei meiner Arbeit, oder empfinde ich es eher als störend, und möchte mich lieber meine To-Do-Liste abarbeiten?
  15. Neue Leute kennenlernen, in wechselnden Teams dabei sein, ist für mich inspirierend oder bevorzuge ich es, in beständigen Teams und Hierarchien zu arbeiten?
  16. Je unstrukturierter eine Aufgabe, umso besser, da ich mich ausprobieren kann, auch wenn das ein gewisses Risiko mit sich bringt. Oder ist es mir ein Greul, allein bei dem Gedanken daran, regelmäßig ein für mich unabwägbares Risiko eingehen zu müssen?
  17. Andere zu begeistern und von einer Idee zu überzeugen, macht mir riesigen Spaß? Oder denke ich, dass es reinste Energieverschwendung ist, andere von etwas überzeugen zu wollen?
  18. Ich beaufsichtige gern und verantwortungsvoll die Leistung eines Teams, oder bekomme ich Fluchtreflex, wenn eine solche Aufgabe an mich herangetragen würde?
  19. Mir ist es wichtig, immer wieder Neues dazu zu lernen, gern auch learning-by-doing, oder möchte ich lieber in meinem Fachgebiet bleiben und auf keinen Fall “herumexperimentieren“?
  20. Ich diskutiere lieber Ideen innerhalb eines Teams um so zur Lösung zu kommen, oder denke ich lieber vorher die Varianten für mich alleine durch, um dann Lösungen zu besprechen?

Das ist nur ein Auszug aus den vielfältigen Fragen, die es zu beantworten gilt. Vielleicht haben Sie eine Frage, die hier fehlt? Lassen Sie es mich gerne wissen.

Lassen Sie es mich auch wissen, wenn Sie mehr Fragen als Antworten haben – damit wir das ändern können.