Streben nach Glück ist wohl eine der ältesten und tiefsten Triebfedern in uns. Tausende von Ratgebern gibt es dazu, unzählige Artikel jeden Tag auf allen möglichen Kanälen. Wir suchen es an den unterschiedlichsten Orten, in den verschiedensten Situationen – da draußen irgendwo.
Ist es größtmögliche Individualität, die mir Glück verspricht? Bin ich glücklich, wenn ich etwas Besonderes geschafft oder erreicht habe? Oder bringt mir das Glück die größtmögliche Gemeinsamkeit mit anderen, die Zugehörigkeit zu Menschen die mir wichtig sind?
Die einen sagen so – die anderen sagen so.
Ich sage, das wahre Glück ist in jedem einzelnen von uns. Es liegt an mir, wie ich mich und die Welt sehe. In diesem Blick liegt das Glück.
Hier ein Text, der vielleicht erstmal mehr Fragezeichen aufwirft, als auf Anhieb Antworten zu geben.
Doch ohne Fragen kein Bedürfnis, Antworten zu finden. 😉

Nehmen wir zum Einstieg eine Situation, die so ziemlich jeder kennt.

Wir haben jemanden kennengelernt. Wir sind im 7. Himmel. Alles ist wunderbar.

Doch nach einigen Monaten kommen immer häufiger Sätze wie:

“Der/die andere ist anders. Er/sie versteht mich nicht. – Wäre er/sie doch etwas mehr wie ich, dann könnte er/sie mich besser verstehen und wir könnten einfach nur glücklich sein.“

Verstehen Sie, was ich meine? Zuerst überwog das Glück, endlich jemanden gefunden zu haben, der zu einem passt. Der „einen glücklich macht“. Alles ist toll. Nach diesem Glücksrausch setzen erste Ernüchterungserscheinungen ein. >> Ist der andere/die andere vielleicht doch nicht so passend? Er/sie macht mich überhaupt nicht mehr so glücklich wie zu Beginn?!

Da hat man nun die letzten Jahre schwer geackert, um etwas zu schaffen/zu erreichen. Ist die Karriereleiter nach oben gestürzt für eine solide Basis – aber vor allem, um den anderen – vorzugsweise den Eltern – zu beweisen, dass man (doch) was taugt. Jetzt noch eine funktionierende Partnerschaft! Dann ist das Ding ist geritzt. Dem vollständigen Glück steht nichts mehr im Wege. Oder?

 

Glück, so sagt der Duden bedeutet so viel wie:

  • etwas, was Ergebnis des Zusammentreffens besonders günstiger Umstände ist; besonders günstiger Zufall, günstige Fügung des Schicksals
  • das personifiziert gedachte Glück; Fortuna
  • angenehme und freudige Gemütsverfassung, in der man sich befindet, wenn man in den Besitz oder Genuss von etwas kommt, was man sich gewünscht hat; Zustand der inneren Befriedigung und Hochstimmung
  • einzelne glückliche Situation; glückliches Ereignis, Erlebnis

Ich muss zugeben, auf den ersten Blick ist nicht leicht erkennbar, welche Kräfte der Anziehung und Kompensation hier wirken. Wir alle tragen Muster in uns die wie Magnete wirken. – Je nachdem wie das Puzzleteil von Fülle und Mangel geformt ist. Der Mangel treibt uns an. Das Streben nach Glück. Irgendwo da draußen.

Wenn wir verstehen, dass innerer Mangel nicht durch äußere Fülle dauerhaft aufgefüllt werden kann, sind wir schon einen großen Schritt weiter. Wenn wir zudem verstehen, dass der/die andere uns als Spiegelbild dient, um unsere eigenen Muster zu erkennen, sind wir schon ziemlich nah dran, zu verstehen, dass nicht das Spiegelbild die Grimasse zeigt, sondern derjenige der in den Spiegel schaut.

 

Was hat das Verhalten des anderen mit mir zu tun? Und wenn es ein Problem gibt, wem gehört es? 

Je mehr ich mich mit Dingen und Menschen identifiziere und mich dadurch mit ihnen verhafte, desto mehr bekomme ich Probleme. Ich gerate in die Spirale der Begierde, des Greifens und des Kontrollierens. Folge davon ist das Dilemma zwischen Erwartung und Enttäuschung. Blind für den eigenen Anteil daran gebe ich die Schuld dafür den anderen und der Welt.

Was macht den Unterschied?

Es ist die Fähigkeit, die Welt und die anderen in Verbindung mit sich selbst betrachten zu können.

Das Bewusstsein mit dem ich das Leben betrachte entspricht meiner Realität. Je mehr mir bewusst ist, dass meine Realität nicht zwingend der Wahrheit entsprechen muss, umso näher komme ich ihr. Je mehr ich verstehe und zulasse, dass meine Sicht auf die Dinge nur EINE Sicht von vielen ist und ich es mir nicht zum Problem mache, wenn andere Dinge anders sehen, umso freier werde ich.

Ich kann jemanden vorurteilslos zuhören – auch wenn dieser anderer Meinung ist als ich.

Ich muss eine Entscheidung von jemanden nicht mehr als persönliche Beleidigung sehen, nur weil ich anders entschieden hätte.

Ich muss mich auch nicht mehr schuldig fühlen, nur weil ich gegen die Erwartung anderer handle.

Ich muss vieles nicht mehr – stattdessen kann ich im Tun des anderen, immer wieder mich selbst erkennen.

Jeder sieht die Welt auf seine Weise und je weniger wir identifiziert sind mit Dingen/Personen im Außen umso freier und glücklicher werden wir im Innen.

Nachfolgend fünf Anregungen zum (Um-)denken. Auf die Gefahr hin, dass der Verstand WIDERSTAND! meldet. 🙂

 

Fangen wir mit der Zukunft an. Wenn ich etwas Neues in mein Leben holen möchte, werde ich das nicht in der Vergangenheit finden. Vielmehr hilft es, die Welt von der Zukunft her zu betrachten und genau von daher zu gestalten.

  1. Dorthin, wo ich meinen Geist/meinen Verstand bringen kann, das was ich mir erlaube mir vorzustellen, kann ich auch in der sogenannten Realität verwirklichen.

Wunder stehen nicht im Widerspruch zur Natur, sondern nur im Widerspruch zu unserem Wissen von der Natur. 

 

 – Augustinus –

 

Nach dieser Übung, fordern wir den Geist direkt weiter, indem wir ihn in die Reflexion schicken. Wir lassen ihn das Leben betrachten als etwas, das ICH kreiert habe, statt als etwas, das MIR geschehen ist. Egal wie ich es drehe oder wende. Mein Leben wird von mir geschaffen. Alles ist Resultat meines Tuns oder Nichttuns.

  1. Das was ich im Außen als mein Leben betrachte, ist Spiegelbild meines inneren Zustandes.

We are not human beings in search of a spiritual experience. / We are spiritual beings emersed in a human experience.

 

– Wayne W. Dyer –

 

Es wird weiter eng für den Verstand, da er sich mit Denkgewohnheiten, Vorannahmen und Konditionierungen auseinandersetzen muss. Diese sind es auch, die uns in den Vergleich mit anderen und in Vorurteile usw. schicken.

  1. Neues Wissen in mein Leben zu bringen ist, wie sich vor eine leere Leinwand zu stellen und sich darauf einzulassen, was passiert. – Statt Bilder aus der Vergangenheit wieder und wieder zu malen.

Wer zulässt, seiner inneren Quelle des tiefen (impliziten) Wissens zu vertrauen, ist kreativer, kraftvoller Gestalter seines Lebens.

Ich weiß, jetzt wird es schon richtig kritisch für den misstrauischen Verstand. Sind Sie noch dabei? Gut! Die vorhin beschriebenen Denkgewohnheiten folgen einem Muster, das irgendwann – meist in der Kindheit – geprägt wurde. Prägung.

  1. Prägung lässt Interpretation entstehen aus denen wir (unbewusst) handeln. Spätestens dann werden unsere Gedanken sichtbar und gestalten unser Leben.

 Wer denkt, frei zu sein im Denken und Entscheiden, unterliegt einem trügerischem Irrtum – denn die Rechnung wurde ohne Prägung und Erfahrung gemacht.

 

Geht noch was? Gut– dann los in den Endspurt! Kurzer Ausflug in die Quantenphysik.

“Alles was ist, ist Energie“. Was hat das mit unserem Denken und Handeln zu tun?

Hier ein Versuch, ein sehr komplexes Gebiet, nach Albert Einsteins Theorie, einfach darzustellen:

  1. Unser Universum besteht aus reiner Energie die in Materie umgewandelt wird und umgekehrt. Die erlebte Realität besteht demnach aus unzähligen verschiedenen, individuellen Energieformen. Beispiel: Dampf (Gedankenenergie) >> Wasser (Vormaterie) >> Eis (Materie).                      

Passen Sie also auf Ihre Gedanken auf! 🙂

SOHAM  „Ich bin DAS“ – „Ich bin der ich bin“

 

 – Sanskrit / INDIEN  –

 

Demnach finden wir Glück im Leben der Frage „Wer bin ich?“ , im Suchen und Finden der eigenen Quelle des tiefen Bewusstseins und Wissens und nicht zuletzt im Handeln um des Handelns willen.

 

Ich freue mich, wenn Sie den Text bis zu Ende gelesen, und die Fragezeichen, die er vielleicht in Ihnen ausgelöst hat, zugelassen haben. – Über Nachrichten dazu oder persönlichen Fragen freue ich mich natürlich ganz besonders! 🙂